Woran du deinen Job mit Sinn erkennst

Finde heraus, was Sinn für dich bedeutet.

Ich stelle Dir ein Modell vor, das dabei hilft zu verstehen, was Sinn für Dich bedeutet und wann Du etwas als sinnvoll erlebst.

Die Suche nach dem Sinn

„Ich möchte das Gefühl haben, dass ich etwas Sinnvolles mache.“ Das ist so ziemlich der häufigste Satz von meinen Coaching-Klienten. Einerseits gibt es dafür unendlich viele Lösungen, z.B. unendlich viele Themen für die es sich lohnt, sich zu engagieren. Auf der anderen Seite gibt es irgendwie aber doch keine Lösung, weil viele Menschen nicht wissen, für welche (gute) Sache sie sich entscheiden sollen.

Kürzlich bin ich auf ein Modell gestoßen, das Klärung schaffen kann. Es basiert auf wissenschaftlicher Forschung und wird auf der Seite sinnforschung.org sehr ausführlich beschrieben. Das was ich für mich aus diesem Modell herausziehe, habe ich einmal für euch zusammengefasst.

1. Sinn ist nicht objektiv – Sinn wird erlebt.

Das wichtigste vorab: Es gibt nichts, das objektiv sinnvoller ist als etwas anderes. Sinn wird individuell erlebt. Es kann sich sinnvoll anfühlen als Hausarzt für die kleinen Sorgen des Alltags da zu sein. Oder es kann sich sinnlos anfühlen sich mit first-world-problems zu beschäftigen statt Leben zu retten. Wer sich einen sinnvollen Job wünscht, muss also nicht nur einfach einen sinnvollen Job finden. Wenn Du dir einen sinnvollen Job wünschst, ist es vermutlich hilfreicher als allererstes zu verstehen, wann Du Sinn erlebst. Dazu nun das Modell.

2. Sinn kann in unterschiedlichen Bereichen erlebt werden.

Was das Modell zeigt: Es gibt unterschiedliche Bereiche im Leben, in denen man Sinn erleben kann. Die meisten von uns haben eine Präferenz für ein oder zwei dieser Bereiche. Für viele gibt es vielleicht auch einen Bereich, den sie vernachlässigen. Grundsätzlich ist aber jeder Mensch dazu in der Lage, in allen diesen Bereichen Sinn zu empfinden.

Die Namen der Bereiche, die in dem Modell verwendet wurden, habe ich teilweise verändert, weil ich sie so leichter verständlich finde. Hier nun eine kurze Beschreibung, die Dir dabei helfen soll, zu verstehen, welcher Bereich für dich am wichtigsten ist. Oder wo Du Dir gerade Veränderung wünschst.

  • Selbstverwirklichung: In diesem Bereich wird Sinn durch Wissen, Freiheit, Leistung, Macht, Kreativität, Herausforderungen erlebt. Der Fokus liegt auf Dir selbst.
  • Engagement: Im Gegensatz zum ersten Bereich liegt der Fokus hier auf Werten, die größer sind als Du selbst. Sinn kann durch Engagement für andere, für eine gesellschaftliche Aufgabe oder für die eigene Gesundheit erreicht werden.
  • Wir- und Wohlgefühl: Dieser Bereich hat zwei Aspekte. Es geht um erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen, darum zu lieben und sich verbunden zu fühlen (sicherlich auch wörtlich ;-)). Und es geht um die Qualität deines Alltag-Erlebens, also um Stichworte wie Achtsamkeit, Freude oder Harmonie.
  • Spiritualität: In diesem Bereich wird Sinn durch Religion oder Spiritualität erlebt. Im Fokus steht dabei die Vorstellung, dass Dein Leben in einen größeren Zusammenhang eingebunden ist.
  • Ordnung: Der fünfte Bereich bezieht sich auf Tradition, Moral und Vernunft. Sinn kann zum Beispiel dadurch erlebt werden, dass Du etwas bewahren möchtest.

Wenn Du Lust hast, nimm Dir eine Minute zum Reflektieren. Was hast Du beim Lesen gedacht? Was hast du gefühlt? Was nimmst Du an neuer Erkenntnis über Dich mit?

3. In je mehr Bereichen man Sinn erlebt, desto erfüllter fühlt man sich.

Wie gesagt, wir alle haben Sinn-Präferenzen: In einem Bereich erleben wir besonders viel Sinn, in anderen Bereichen weniger. Knackpunkt ist laut Forschungsergebnissen jedoch, dass man sich besonders erfüllt fühlt, wenn man in allen fünf Bereichen Sinn erlebt. Kannst Du Dir vorstellen in anderen Bereich noch mehr Sinn zu erleben? Was kannst Du dafür tun?

Gönn‘ Dir doch mal ein Sinn-volles Brainstorming. Druck Dir das Modell aus oder male es ab. Schreibe Dir Stichworte daneben, was die einzelnen Bereiche für dich konkret bedeuten. Vielleicht kannst Du auch priorisieren, in welchem Bereich Du am stärksten Sinn erlebst. Hänge das Blatt an die Wand, mache ein paar Schritte zurück und lege eine Liste an mit mindesten 30 konkreten Ideen, mit denen Du mehr Sinn erleben kannst.

Und wenn du Unterstützung brauchst, melde dich.

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