Der perfekte Urlaub

Die Frage: Wohin fährst du dieses Jahr? ist Smalltalkstandard. Manchmal kommt sie mir vor wie ein psychologischer Test. Sage mir, welchen Urlaub du machst und ich sage dir, wer du bist. Der Druck etwas ganz besonderes zu machen hat das Reisen längst erreicht. Er zeigt sich im Gespräch und setzt sich auf Facebook, Instagram und Co fort.

Das ist per se nicht schlecht. Ich gucke mir tatsächlich gerne schöne Naturfotos an. Und ich freue mich, wenn meine Freunde darauf glücklich aussehen. Was mich eher beschäftigt ist die Frage: Wie frei kann ich mich entscheiden, wo und wie ich Urlaub mache?

Wie frei entscheidest du, wo und wie du Urlaub machst?

Wie bei vielen Themen stehen wir auch beim Urlaub vor der Frage: Wie lassen sich Werte, Wünsche und der eigenen Geldbeutel in Einklang bringen. Das spannende am perfekten Urlaub ist, dass so viele verschiedene Erwartungen an ihn gerichtet sind. Idealerweise ist dein Urlaub ein Ausdruck von Persönlichkeit. Vielleicht soll dein Urlaub zeigen, dass du neugierig, weltoffen und abenteuerlustig bist. Gleichzeitig ist Urlaub auch ein Statussymbol. Urlaub zeigt, was du dir leisten kannst.

Soziale Erwartungen, finanzielle Spielräume und das ökologische Bewusstsein beeinflussen die Urlaubsplanung.

Wer sich vornimmt nachhaltiger zu leben, kommt irgendwann auch beim Thema Urlaub an. Es gibt online Tipps ohne Ende, was einen „guten“, weil nachhaltigen Urlaub ausmacht. Am Ende des Artikels findest du ein paar weiterführende Links.

Wenn man zum Beispiel nur unseren C02 Fußabdruck anguckt, ist relativ klar, dass Fliegen raus ist. Aber wer möchte im Sommer über die volle Autobahn an den noch volleren Strand in Italien? Und wie verlockend ist es jetzt in der (noch) grauen Zeit für ein paar Tage in die Sonne zu fliegen? Urlaubmachen stellt uns vor ein Dilemma. Wir haben das Gefühl uns zwischen unseren Wünschen und dem Gemeinwohl entscheiden zu müssen.

Es gibt nur einen Ausweg aus dem Dilemma.

Zumindest habe ich bislang nur einen gefunden. Ich glaube Urlaub ist deshalb so aufgeladen mit Bedeutung, weil er das ausgleichen soll, was im Alltag zu kurz kommt. Urlaub soll wirklich zu dir passen, Urlaub soll Abenteuer sein, Zeit für dich, Zeit für Neues. Je mehr du diesen Bedürfnissen in deinem Alltag gerecht wirst, umso weniger bedeutsam wird Urlaub. Klingt vielleicht traurig, aber immerhin geht es um 46 Wochen im Jahr!

Wenn dich dein Alltag glücklich macht, ist Urlaub weniger wichtig.

Was ich damit sagen möchte ist: Stress dich nicht damit, den perfekten Urlaub zu planen. Nutze die Zeit lieber, um mehr über deinen Alltag nachzudenken. Wie geht es dir gerade? Was tut dir gut? Was kommt zu kurz? Wofür hättest du gerne mehr Zeit?

Natürlich darfst du immer noch schöne Urlaube machen. Letztlich muss jeder selbst mit seinem Gewissen vereinbaren, was vertretbar ist. Plane deinen Urlaub so, dass er zu dem passt, was dir wichtig ist. Das aller wertvollste am Urlaub (finde ich) ist die Zeit selbst. Nutze sie so, dass sie dir gut tut. Die Welt braucht dich.

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