Ikigai. Wie du deinen Lebenssinn findest.

In einem Punkt sind uns die Japaner absolut voraus. Sie haben schon vor Ewigkeiten ein Modell erfunden, das dir hilft deinen Lebenssinn zu finden. Lebenssinn ist das, was dich morgens mit Energie aufstehen lässt. Im Japanischen heißt dieser Lebenssinn Ikigai. Er ist für jeden Menschen verschieden. In diesem Artikel erfährst du, wie du dein Ikigai findest.

Ikigai bringt das, was du kannst, willst und wichtig findest in Einklang mit der Welt.

Nicht alles, das du gut kannst, macht dir auch Spaß. Nicht alles, das dir Spaß macht, wird auch bezahlt. Das ist die wichtige Erkenntnis hinter Ikigai. Was wir wollen, was wir gut können, was wir wichtig finden ist nicht unbedingt deckungsgleich mit dem, was bezahlt wird. In solchen Fällen fühlen wir uns leer, nutzlos, unsicher oder arm. Mit dem folgenden Modell findest du die Schnittmengen und führst ein erfülltes Leben.

Wie du das Modell nutzen kannst

Am besten funktioniert dieses Modell, wenn du es zu deinem Modell machst. Wenn du gerne mit Post-its arbeitest, dann arbeite mit Post-its. Wenn du gerne Mindmaps erstellst, dann gestalte eine Mindmap. Wenn du gerne schreibst, dann schreibe. Wenn du gerne malst, dann male. Die Form muss zu dir passen. Vielleicht willst du dein Modell auch eine Weile an der Wand hängen lassen, als Desktophintergrund nutzen, oder ein Foto davon auf dem Handy dabei haben. Welches Format ist für dich stimmig? Entscheide ganz für dich.

Nimm dir Zeit für alle vier Perspektiven

Als nächstes brauchst du etwas Zeit und Ruhe. Sorge dafür, dass du dich nicht ablenken lässt. Vielleicht stellst du dein Handy aus, klappst den Laptop zu, schließt die Tür. Wenn du magst, starte mit einer kleinen Meditation. Atme ein paar Mal ganz bewusst ein und aus, um innerlich klar und ruhig zu sein. Nimm dir vor, dir selbst gegenüber ganz ehrlich zu sein. Dann arbeite dich im Modell von außen nach innen.

1. Perspektive: Was du gut kannst

Diese Frage ist für viele die einfachste. Was kannst du gut? Worin bist du besser als andere? Welche Talente hast du? Was konntest du schon immer? Welche Fähigkeiten hast du dir durch Ausbildungen / Erfahrungen antrainiert? Wenn du ein Superheld wärst, was wäre deine Superkraft?

Schreibe alles auf, das dir in den Sinn kommt. Es können auch kleine oder verrückte Fähigkeiten sein: vielleicht konntest du schon immer Handstand machen, backst das beste Olivenbrot oder hast einen guten Blick für Design.

2. Perspektive: Was du gerne machst

Das ist die Frage, die wir viel zu selten gestellt bekommen. Was ist das, was dir wirklich Freude bereitet? Was kannst du immer wieder machen, ohne, dass es langweilig wird? Was begeistert dich? Was hast du schon als Kind immer gerne gemacht? Worüber kannst du dich stundenlang unterhalten?

Sammle alle Ideen. Schaue dabei nicht auf deine Antworten zu den Fragen aus der ersten Perspektive. Betrachte jede Perspektive so, als wäre es die einzige.

3. Perspektive: Womit du Geld verdienst/ verdienen kannst

Jetzt kommt der Blick nach außen. Womit kannst du Geld verdienen? Nicht hypothetisch und eventuell, sondern ganz konkret. Welche Jobs gibt es, die du machen könntest? Welche Stellen hattest du schon, oder würdest du gerne haben? Wofür gibt es Fördergelder? Womit verdienen Menschen, die dir ähnlich sind, ihr Geld? Wenn du dein Gewissen ausschalten würdest, was könntest du alles machen, um deinen Lebensunterhalt zu finanzieren?

Antworte wieder ehrlich, ungefiltert und so als gäbe es nur diese Perspektive.

4. Perspektive: Was du glaubst, was die Welt braucht

Auch bei der vierten Perspektive geht es um den Blick nach außen. Was glaubst du, was die Welt gerade braucht? Welche Themen beschäftigen dich? Für welche Probleme wünschst du dir eine Lösung? Was würdest du tun, wenn du für immer finanziell safe wärst? Was würdest du der Welt gerne hinterlassen? In welchen Momenten fühlst du dich erfüllt?

Halte deine Gedanken fest. Vielleicht sind es große Gedanken, wie „globale Gerechtigkeit“, vielleicht aber auch kleine Alltagsmomente wie „wenn ich meine Freunde zum Lachen bringen kann“.

Schritt 5: Finde die Schnittmengen

Herzlichen Glückwunsch! Das Wichtigste hast du jetzt geschafft. Nun geht es darum, alles zu integrieren. Arbeite dich weiter von außen nach innen. Welche Überschneidungen gibt es zwischen den vier Perspektiven? Was kannst du zum Beispiel gut und kannst damit Geld verdienen? Was macht dir Spaß und wird von der Welt gebraucht? Vielleicht findest du Beispiele aus deinem jetzigen Leben, vielleicht fallen dir andere Menschen ein. Lass deine Gedanken ein bisschen frei kreisen. Fülle nach und nach die verschiedenen Felder aus. Vielleicht willst du auch mit Freunden darüber sprechen.

Gib dir ein wenig Zeit und bleibe gelassen

Du musst nicht sofort die Antwort für die Mitte finden. Manchmal dauert es eine Weile, bis du zu der Erkenntnis kommst, was dein Ikigai ist. Wenn du merkst, dass du sehr angestrengt überlegst, dann lege dein Modell für eine Woche zur Seite und widme dich anderen Themen. Gute Ideen sind wie guter Wein, manchmal müssen sie noch reifen.

Nach der Erkenntnis ist vor der Umsetzung

Natürlich ist das Erkennen deines Ikigai nur der erste Teil. Jetzt geht es darum, dich tatsächlich auf den Weg dorthin zu machen. Sei mutig und erstelle einen Fünf-Jahres-Plan. Was willst du alles umsetzen? Was willst du noch lernen? Wer kann dich unterstützen? Welche inneren Blockaden gilt es aufzulösen? Das klingt nach viel Arbeit – das ist es auch. Das Gute ist, dass sich jeder Schritt sinnvoll anfühlt, sobald du auf dem Weg bist, der für dich richtig ist. Danke, dass wir gemeinsam unterwegs sind!

Du kommst alleine nicht richtig voran? Im Coaching wirst du dir deiner Stärken wieder bewusst und gewinnst neue Klarheit. Damit du deinen Weg voller Tatendrang gehst.

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