Rising strong. Was dir hilft, Krisen zu überwinden.

Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Für uns alle. Ich kenne niemanden, dessen Welt noch nie in Trümmern lag oder zumindest erschüttert wurde. Das können kleine Momente sein, wie ein destruktives Feedback auf der Arbeit oder große Momente, wie das Ende einer Beziehung oder eine Verlusterfahrung. Ich kenne aber auch niemanden, der noch nie verliebt war, Glück hatte, oder einfach einen Tag mit Freunden verbringen konnte.

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Dieser Text schlägt dir fünf Schritte vor, die dich in Krisenmomenten stärken. Wie immer ist diese Anleitung keine „one-size-fits-all“ Lösung, sondern ein Vorschlag. Du entscheidest, was für dich passt und funktioniert. Vielleicht erkennst du dich wieder, weil du gerade eine Krise erlebst, oder vor einer Weile erlebt hast.

Schritt 1: Accept

Akzeptiere, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Niemand steckt gern in einer Krise, deshalb versuchen wir oft, sie zu ignorieren und hoffen, dass sich alles von allein löst. Die Freundin, die nicht mehr anruft? Bestimmt nur gestresst. Der Partner, der nie zu Hause ist? Bestimmt überarbeitet. Der Rücken, der weh tut? Bestimmt nur falsch gelegen. Solange wir nicht den Mut haben, zu akzeptieren, dass etwas nicht in Ordnung ist, können wir nichts verändern.

Schritt 2: Breathe

Sorge dafür, dass du klarsehen kannst.

Dieser Schritt dauert manchmal nur einen kurzen Moment (einmal durchatmen) und manchmal ein paar Tage, in denen wir einfach unseren Gefühlen Raum geben, uns vielleicht zu Hause verkriechen, oder uns von anderen trösten lassen. Das ist nicht der Moment für Lösungen. Es geht jetzt erstmal darum, innerlich wieder ruhig zu werden, um klar denken zu können. Vielleicht brauchst du dafür auch Ablenkung oder Bewegung, jeder von uns hat seine eigenen Strategien, um runterzukommen.

Schritt 3: Check

Sei realistisch: Ist es eine Mücke oder ein Elefant?

Sobald du wieder klarsehen kannst, ist es Zeit für einen Realitätscheck: Wie schlimm ist es wirklich? Was hat diese Krise für Konsequenzen? Eine Absage nach einem Vorstellungsgespräch kann sich anfühlen wie das Ende der Welt. Meistens ist es das nicht.

Damit will ich nicht sagen „Denk positiv!“ Zwanghafter Optimismus ist selten hilfreich. Es geht an dieser Stelle einfach darum, die Krise weder größer noch kleiner zu machen als sie ist. Wenn es sich sehr schlimm anfühlt, dann finde heraus woran das liegt. Um bei dem Beispiel der Jobabsage zu bleiben: Wenn sie sich wie das Ende der Welt anfühlt, sagt dir das etwas über dein Vertrauen in dich in diesem Moment. Akzeptiere es so, wie es gerade ist.

Schritt 4: Date

Triff dich mit anderen, erzähle, höre zu.

Als ich vor ein paar Jahren eine Therapie gemacht habe, dachte ich, ich sei damit die Einzige in meinem ganzen Freundeskreis. Es kostete mich sehr viel Überwindung, das Thema anzusprechen. Dann habe ich festgestellt, dass viele meiner engsten Freunde schon eine Therapie gemacht hatten! Wir haben einfach nie darüber gesprochen. In Krisen denken wir oft, dass wir die Einzigen sind, denen etwas passiert. Das ist selten der Fall. Es kostet Mut, offen von sich zu erzählen, aber es tut unendlich gut, zu spüren, dass du nicht allein bist.

Schritt 5: Engage

Werde aktiv, übernimm Verantwortung.

Hier beginnt die eigentliche Arbeit, der Weg aus dem Tal wieder nach oben. Fang am besten mit kleinen Schritten an. Bei großen Krisen kann das bedeuten, deinen Tagesablauf wieder zu normalisieren: aufstehen, duschen, frühstücken usw. Kümmere dich um das, was jetzt getan werden muss. Melde dich für die Prüfung nochmal an, schreibe neue Bewerbungen, fahre erstmal ein paar Tagen zu Freunden, um Kraft zu tanken. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist nur, dass du Entscheidungen triffst und aktiv bist.

Manchmal dauert es sehr lange, bis wir Krisen überwunden haben, und manche Wunden heilen vielleicht nie. Trotzdem ist es wichtig, dass wir uns den Tiefen stellen. Weil wir sonst auch die Höhen in unserem Leben verpassen. Und weil die Welt dich braucht.

Dein Weg aus der Krise kann Andere inspirieren und ihnen Kraft geben.

Danke, dass wir gemeinsam unterwegs sind.