Regenerationsfähigkeit. Kann man seinen Akku schneller aufladen?

Regenerationsfähigkeit. Kann man seinen Akku schneller aufladen?

Unser Alltag besteht aus unterschiedlichen Phasen. Mal sind wir schnell unterwegs, mal langsamer. Mal haben wir viel Energie, mal weniger.

Wir wechseln pausenlos zwischen Anspannung und Entspannung.

Hinter dem Begriff der Regenerationsfähigkeit verbirgt sich erst einmal die Fähigkeit von einem Zustand mit wenig Energie wieder in einen Zustand mit mehr Energie zu kommen. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, wir wechseln pausenlos zwischen Anspannung und Entspannung. Gegen Ende des Tages sind wir müde, dann gehen wir schlafen und wachen am nächsten Morgen mit neuer Energie auf. Tag und Nacht. Wochentage und Wochenende. Arbeit und Urlaub.

Wenn die Regeneration an ihre Grenzen stößt.

Trotzdem kennen viele Erwachsenen das Gefühl, sich nicht ausreichend erholen zu können. Laut dem DKV-Report von 2018 gelingt es nur 60% der Befragten meistens oder immer frisch und ausgeruht in den Tag zu starten. Nur 72% fühlen sich zu Beginn der Woche regeneriert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu gehören zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf, zu viel Lärm, zu wenig Bewegung, zu viel Einsamkeit und zu wenig Zeit mit Freunden. Das zu viel Stress auf Dauer auch die Gesundheit schädigt, weißt du sicherlich.

Können wir uns schneller und besser regenerieren?

Die Frage nach einer verbesserten Regenerationsfähigkeit scheint also erst einmal sehr logisch. Wenn zu wenig Regeneration der Gesundheit schadet, ist es wichtig, möglichst gut zu regenerieren. Grundsätzlich funktioniert Regeneration für jeden Menschen anders. Das kennst du wahrscheinlich von dir selbst. Manche Menschen brauchen Zeit für sich. Andere Menschen brauchen Austausch und Begegnung. Für manche sind Sport und viel Freizeitaktivität der Schlüssel zum Glück, andere tanken bei Ruhe, Meditation und Achtsamkeitsübungen auf. Für wiederum andere ist die Mischung aus allem entscheidend.

Der innere Akku funktioniert anders als ein Handy.

Ähnlich wie ein Handy oder anderes elektronisches Gerät scheinen wir als Menschen also eine Art inneren Akku zu haben. Wir verbrauchen Energie und müssen uns dann wieder „aufladen“. Anders als bei einem Handy macht es für uns aber einen Unterschied, ob wir von 80% Akkuladung wieder auf 100% wollen oder von 20% auf 40%. Kennst du dieses Phänomen? Nach einem normalen Tag reicht auch eine kurze Nacht, um morgens wieder Energie zu haben. Nach mehreren anstrengenden Tagen reicht auch eine extra lange Nacht nicht aus, um wieder voller Energie zu sein.

Optimierte Regenerationsfähigkeit durch gezielte Akku-Nutzung.

Was lässt sich daraus schließen? Ich glaube es macht Sinn, seinen inneren Akku gar nicht erst vollständig zu entladen. Es ist viel gesünder, wenn du dich in deinem Alltag nur zwischen 70 und 100% bewegst. Lass dich nicht bis auf 30% ausbrennen. Diese Zahlen sind natürlich sehr subjektiv. Am besten du definierst sie für dich selbst – welche Akkuladung ist für dich langfristig alltagstauglich? Wo ist für dich die Grenze, was du mit alltäglicher Regeneration nicht mehr auffangen kannst?

Du kannst deinen Akku nicht schneller aufladen. Und das ist gut so.

Was ist nun das Fazit zu der Frage, ob man seine Regenerationsfähigkeit optimieren kann? Man kann es nicht – oder nur sehr eingeschränkt. Du bist als Mensch keine Maschine. Du kannst dich nicht optimieren, sondern nur lernen möglichst gut mit dir umzugehen. Vielleicht hilft dir das Bild des inneren Akkus und die Idee ihn nicht vollständig zu entladen. Vielleicht weißt du nach und nach immer genauer, welche Strategien dir wann bei der Regeneration helfen. So oder so, hast du als Mensch Grenzen. So wie alle natürlichen Systeme kannst du dich nicht ins Unendliche optimieren. Wenn wir lernen unsere eigenen natürlichen Grenzen wieder mehr zu respektieren, wird es uns auch leichter fallen, die Grenze unserer Umwelt zu akzeptieren.

Die Welt braucht dich mit vollem Akku.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich die Metapher des inneren Akkus etwas überstrapaziere: Die Welt braucht dich mit vollem Akku. Nicht als vorbildlich-funktionierenden Leistungsträger. Sondern als Mensch, der wach und präsent ist. Nur wenn du gut für dich sorgst, kannst du auch über den Tellerrand deines Alltags hinausschauen. Vielleicht erkennst du Strukturen, die nicht nur dir mehr Energie abverlangen als möglich ist, sondern auch anderen. Vielleicht stößt du bei dir auf der Arbeit eine Diskussion über Leistungsdruck und Erreichbarkeit an.

Es geht nicht darum, dass du als Individuum irgendwie allem standhältst. Es geht darum, dass wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten. Haushalte gut mit deiner Energie, die Welt braucht dich.

Du findest deinen Rhythmus nicht oder kommst immer wieder aus der Balance? Melde dich für ein Coaching.

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